Heute ist ImgZilla 1.3 offiziell im Mac App Store erschienen.
Die Kernfunktion ist klar: Bilder auf dem Mac an Ort und Stelle verkleinern – Dateiname, Pfad und Format bleiben unverändert, das Original wandert standardmäßig in den Papierkorb und kann jederzeit wiederhergestellt werden.
Alle diese Vorgänge finden auf deinem eigenen Mac statt, ohne Netzwerkverbindung. Die Bilder verlassen deinen Computer nicht und werden auf keinen Server hochgeladen – Datenschutz und Datensicherheit sind von Anfang an Grundprinzipien des Designs.
Diese Funktion wirkt einfach, aber wir haben sie in vielen Runden getestet, verworfen und neu aufgebaut. In diesem Artikel geht es nicht darum, „welche Funktionen wir gebaut haben“, sondern um die konkreten Probleme, die uns in realen Anwendungsszenarien begegnet sind, und wie wir sie schließlich gelöst haben.
„An Ort und Stelle überschreiben“ – diese vier Wörter dulden keine Nachlässigkeit
Die meisten Bildkomprimierungstools speichern das Ergebnis als photo-min.jpg – das ist sicher, wälzt aber die Mühe auf dich ab: Der Dateiname ändert sich, Verweise in Produkttabellen, Pfade in Webvorlagen und die Sortierung von Archivordnern müssen alle angepasst werden.
ImgZilla geht einen anderen Weg: Das Komprimierungsergebnis wird direkt unter dem ursprünglichen Pfad, Dateinamen und Format zurückgeschrieben. Eine JPG-Datei bleibt nach dem Komprimieren eine JPG-Datei, und keine einzige Referenzzeile muss geändert werden.
Der Preis dafür: Dieses Tool verändert die Originaldateien des Nutzers. Wenn irgendwo ein Fehler passiert, geht kein Cache verloren, sondern Fotos, die jemand einen ganzen Tag lang aufgenommen hat, oder Sammlungen, die über Jahre gewachsen sind.
Deshalb steckt die eigentliche Entwicklungszeit nie in der Komprimierung selbst – dafür reichen ausgereifte Encoder –, sondern in dem Schutz rund um den „Was-wäre-wenn“-Fall. Die folgenden Verbesserungen sind uns beim Testen tatsächlich begegnet.
Was beim Testen geändert wurde
1. Schutzstrategie für Originale: einmal komplett neu aufgebaut
Der ursprüngliche Entwurf kopierte das Original in ein separates Backup-Verzeichnis. Die Logik war in Ordnung, aber die Handhabung war unangenehm: Das Backup-Verzeichnis wuchs unbemerkt, und erst nach Monaten des Komprimierens entdeckte man, dass eine vollständige Kopie auf der Festplatte lag – obwohl das eigentliche Ziel Platz sparen war.
Die aktuelle Lösung ist Papierkorb zuerst: Bei erfolgreicher Komprimierung wird das Original zuerst in den System-Papierkorb verschoben und dann das Komprimierungsergebnis unter dem ursprünglichen Pfad zurückgeschrieben.
Die Wiederherstellung funktioniert jetzt so, wie es jeder Mac-Nutzer bereits kennt: Papierkorb öffnen, Rechtsklick und „Zurücklegen“. Man muss kein neues Konzept lernen, und es gibt kein verstecktes Verzeichnis, das immer weiter wächst. Diese Option ist in den Einstellungen standardmäßig aktiviert; wenn du sie ausschaltest, wird direkt überschrieben und die Datei ist nicht wiederherstellbar – deshalb erscheint beim Deaktivieren eine Bestätigungsabfrage.
2. Der Dialog bei externen Laufwerken – durch Tests erzwungen
Beim Testen auf mobilen Festplatten, NAS und Netzlaufwerken stießen wir auf ein unter macOS häufiges Problem: An diesen Speicherorten lassen sich Dateien oft nicht in den Papierkorb verschieben.
Die erste Version meldete einfach einen Fehler und übersprang die Datei – mit dem Ergebnis, dass der Nutzer einen ganzen Ordner hineinzog und nichts passierte.
Jetzt wird die Komprimierung pausiert und ein Dialog lässt dich entscheiden:
- Ein Backup-Verzeichnis wählen: Das Original wird dorthin kopiert und dann überschrieben;
- Auf Backup verzichten: Nach einer Bestätigung wird direkt überschrieben, ohne eine Kopie zu behalten;
- Dialog schließen: Dies wird als Abbruch gewertet und die gesamte Aufgabe bricht ab.
Ein weiteres Detail wurde beim Testen ergänzt: Deine Auswahl gilt für alle verbleibenden Dateien in diesem Durchgang, sonst würden bei 500 Bildern 500 Dialoge nacheinander erscheinen – genau das passierte in der ersten Version, und schon nach einmaligem Gebrauch war es unerträglich.
Das gewählte Backup-Verzeichnis wird als Standard-Backup-Speicherort gespeichert (unter
~/Library/Application Support/ImgZilla Backups/werden nach Zeit sortierte Unterordner angelegt) und bei künftigen ähnlichen Fällen bevorzugt verwendet.
3. „Bereits minimal“ – lieber nichts tun
Manche Bilder wurden bereits komprimiert, bevor sie hineingezogen wurden (entweder mit anderen Tools oder früher mit ImgZilla). Eine erneute Komprimierung bringt dann meist nur eine Größenänderung von wenigen Zehntelprozent. Dafür haben wir eine feste Regel aufgestellt: Wenn die Komprimierungsrate unter 0,4 % liegt, lassen wir die Datei unverändert, kennzeichnen sie in der Liste als „Bereits minimal“, behalten die Originaldatei unangetastet und verbrauchen kein Gratis-Kontingent.
Diese Regel sorgt dafür, dass die Statistiken weniger eindrucksvoll aussehen – ziehst du eine ganze Sammlung bereits komprimierter Bilder hinein, wird bei den meisten wahrscheinlich „Bereits minimal“ angezeigt. Aber wir sind überzeugt: Ein Tool, das deine Bilder nur deshalb erneut komprimiert, um beeindruckende Zahlen zu zeigen, sollte nicht auf deine Originaldateien angewendet werden.
4. Wenn die Dateiendung lügt
In unseren Testdateien gab es viele Fälle, in denen die Endung .png lautete, die Datei in Wirklichkeit aber JPEG war – Bilder aus verschiedenen Quellen, häufiger als gedacht.
ImgZilla liest jetzt die Magic Bytes im Dateikopf, um das tatsächliche Format zu erkennen, und wählt den Encoder entsprechend dem echten Format aus. Auch bei falscher Endung wird die Datei korrekt verarbeitet.
5. Serielle Verarbeitung statt parallel
Bilder nacheinander zu komprimieren wirkt „nicht schnell genug“. Wir haben parallele Verarbeitung ausprobiert – die Geschwindigkeit stieg tatsächlich, aber bei großen Stapeln wurden Fehlerzustände schwer nachvollziehbar – und dieses Tool überschreibt die Originaldateien des Nutzers.
Stabilität hat Vorrang vor Spitzengeschwindigkeit, daher bleibt es bei der seriellen Verarbeitung. Zur Klarstellung: Seriell bedeutet, dass die Aufgaben Bild für Bild abgearbeitet werden; die Komprimierung jedes einzelnen Bildes erfolgt jedoch intern im Encoder multithreaded, sodass die Mehrkernleistung der CPU nicht ungenutzt bleibt. Als Ausgleich in der Oberfläche haben wir Folgendes umgesetzt: Das aktuell verarbeitete Element scrollt automatisch in den sichtbaren Bereich, bei Mauszeiger darüber pausiert das automatische Scrollen, unten werden in Echtzeit die Anzahl der verarbeiteten Bilder und das eingesparte Volumen angezeigt, und nach Abschluss aller Aufgaben erscheint eine Systembenachrichtigung.
6. Wenn das Gratis-Kontingent aufgebraucht ist, wird die Aufgabe „pausiert“ statt „abgebrochen“
Die Gratisversion kann 10 Bilder pro Tag komprimieren; das Kontingent setzt sich täglich automatisch zurück. Beim Testen stellten wir fest, dass der Zeitpunkt der Unterbrechung einen enormen Unterschied macht: Wenn du 200 Bilder hineinziehst und nach dem zehnten Bild einfach ein Fehler mit Abbruch erscheint, musst du alle Dateien erneut hinzufügen – eine solche Meldung wäre reine Schikane.
Aktuell verhält es sich so: Ist das Kontingent aufgebraucht, wird die Aufgabe pausiert und bleibt an Ort und Stelle, ein Kaufpanel öffnet sich; nach dem Kauf geht es genau am Unterbrechungspunkt weiter, ohne dass du Dateien erneut hinzufügen musst. Außerdem wird das Kontingent nur bei erfolgreicher Komprimierung abgezogen – Fehlschläge oder „Bereits minimal“ zählen nicht.
7. 19 Sprachoptionen und ein weniger auffälliger Abschluss
Die Oberfläche unterstützt vollständig 19 Sprachoptionen (darunter „System folgen“, vereinfachtes und traditionelles Chinesisch, English, 日本語, 한국어 sowie die wichtigsten europäischen Sprachen, العربية, Tiếng Việt u. a.). Sie lassen sich jederzeit in den Einstellungen umschalten und die Änderung wird sofort wirksam, ohne Neustart.
Dieser Arbeitsaufwand war weit größer als erwartet und einer der Gründe, warum sich die Veröffentlichung verzögert hat. Für ein Tool, das weltweit im App Store erhältlich ist, ist es jedoch eine grundlegende Form des Respekts, den Nutzern die Oberfläche in ihrer Muttersprache zu zeigen.
Zur Bildqualität: Bitte glaub uns nicht – sieh selbst
Das Schwierigste bei der Komprimierung ist, Vertrauen aufzubauen. Deshalb sagen wir es deutlich:
- PNG (oxipng) und SVG (svgcleaner) sind echte verlustfreie Komprimierung – die Pixel bleiben unverändert;
- JPEG, WebP, AVIF, HEIC/HEIF und GIF sind prinzipbedingt verlustbehaftete Neukodierungen, aber die Parameter liegen im visuell verlustfreien Bereich – mit bloßem Auge kaum zu unterscheiden, aber es ist nicht „verlustfrei“, und wir werden diese beiden Begriffe nicht vermischen.
Außerdem musst du diese Aussage nicht einfach glauben. ImgZilla enthält ein Vergleichsfenster (⌘D): links vor der Komprimierung, rechts danach. Ziehe die Trennlinie in der Mitte, um beide Seiten zu vergleichen, zoome auf Originalgröße und prüfe die Details genau. Jedes erfolgreich komprimierte Bild in der Liste lässt sich mit einem Klick im Vergleich öffnen.
Wenn dir das Ergebnis nicht gefällt, hole das Original aus dem Papierkorb zurück. Dieser Ausweg bleibt immer bestehen.
Die Parameter sind fest vorgegeben; es gibt keinen Qualitätsregler in der Oberfläche. Das ist eine bewusste Entscheidung: Die Anpassung von Parametern erfordert Fachwissen über Quantisierungstabellen, Kodierungsmethode, Geschwindigkeit usw.; eine falsche Einstellung führt entweder zu wirkungsloser oder zu matschiger Komprimierung. Wir haben diese Arbeit für dich erledigt – die Parameter für jedes Format wurden einzeln abgestimmt. Ziehe ein Bild hinein, klicke auf Komprimieren, und du erhältst den optimalen Kompromiss für dieses Format unter den aktuellen Parametern.
Wenn du es gewohnt bist, die Komprimierungsparameter selbst einzustellen, empfehlen wir dir trotzdem, ImgZilla zunächst auszuprobieren – die Parameter sind bereits abgestimmt und könnten dir viel Zeit beim Herumprobieren ersparen.
Was es nicht tut
Genauso wichtige Grenzen, hier aufgeführt, damit du es nicht erst nach dem Download herausfindest:
- Nur macOS (12.3 oder neuer). Keine Windows-Version, keine iOS-Version, keine Webversion.
- Keine Formatkonvertierung. Eine JPG-Datei bleibt nach dem Komprimieren eine JPG-Datei und wird nicht zu WebP.
- Keine Größenänderung. Keine Verkleinerung der Auflösung, kein Zuschneiden.
- Keine Garantie, dass die Datei kleiner wird. Bereits optimierte Bilder lassen sich oft überhaupt nicht weiter komprimieren und werden ehrlich als „Bereits minimal“ markiert.
- EXIF-Daten werden standardmäßig entfernt (einschließlich GPS-Position; das macht die Datei kleiner und schützt die Privatsphäre). Wenn du Aufnahmeparameter, Urheberrechts- und Farbprofile behalten möchtest, aktiviere in den Einstellungen manuell „EXIF-Informationen behalten“.
Ein weiterer Punkt verdient besondere Hervorhebung: Die gesamte Komprimierung findet lokal auf deinem Mac statt. Abgesehen von der Kaufüberprüfung im App Store benötigt ImgZilla keine Internetverbindung; die Bilder verlassen deinen Computer nicht – keine Warteschlangen, keine Mengenbegrenzung und kein „Hochladen auf fremde Server“. Alle Encoder sind als lokale statische Bibliotheken in der App gebündelt.
Jetzt kann es losgehen
- Gratisversion: 10 Bilder pro Tag, wird täglich automatisch zurückgesetzt, ohne eingeschränkte Funktionen.
- Limit aufheben: Einmalige Lifetime-Lizenz (einmaliger Kauf, unbegrenzte Anzahl) oder Monatsabonnement; der Preis richtet sich nach deiner App-Store-Region. Nach einem Computerwechsel oder einer Neuinstallation genügt ein Klick auf „Käufe wiederherstellen“.
Empfohlene erste Nutzung: Ziehe zunächst ein beliebiges Bild hinein, das dir nicht wichtig ist, komprimiere es, klicke auf „Vergleichen“ und sieh dir die Qualität selbst an, bevor du entscheidest, ob du ihm einen ganzen Ordner anvertraust.
Genau so möchten wir, dass dieses Tool verwendet wird – erst prüfen, dann vertrauen.
Bei Fragen oder Anregungen wende dich gern über das Menü „Hilfe → Feedback“ an uns. Version 1.3 ist eine Version, der du vertrauen kannst, aber es wird sicher nicht die letzte sein.
ImgZilla 1.3 ist jetzt im Mac App Store erhältlich. Erfordert macOS 12.3 oder neuer.